Postgeschichte und Eisenbahn – Sonderausstellung im Historischen Museum in

Kirberg

Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010 Eine Eisenbahnverbindung von Niederbrechen nach Dauborn und Kirberg – fast wäre diese Vision vor hundert Jahren Wirklichkeit geworden. Die Einzelheiten zu den damaligen Planungen konnten Besucher bei der Sonderausstellung zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals 2010 im Historischen Museum Hünfeldens nachlesen. Einen Streifzug durch die Postgeschichte mit vielen Fotos und mit Ausstellungsstücken aus der Zeit, als die Post noch »Deutsche Bundespost« hieß, sowie Reiseerinnerungen aus den 1930er Jahren hatten die Mitglieder des Vereins EINST UND JETZT außerdem zusammengetragen. Vor allem die Post hat Spuren hinterlassen: Auf einer Nachbildung des Kirberger Ortsplans war gekennzeichnet, wo sich seit 1798 die jeweilige Poststelle befand. In den zweihundert Jahren bis heute gab es mindestens acht verschiedene Standorte; am längsten war die Post in dem heute noch »Alte Post« genannten Gebäude im Kaltenholzhäuser Weg untergebracht. In dem damals eigens für die Anforderungen der Brief- und Paketpost errichteten Gebäude hatte die Post von 1907 bis 1980 ihren Sitz. Nach der Umstellung von Pferdewagen- auf Kraftwagenverkehr wurde 1929 dort auch eine Kraftwagenhalle errichtet, in der die fünf Postbusse gewartet und repariert wurden. Doch auch in den anderen Orten des heutigen Hünfeldens gab es häufige Wechsel der Poststellen. Ein Grund dafür waren die Voraussetzungen, die der jeweilige Posthalter mitbringen musste, um in seinem Privathaus die Postdienste ausführen zu dürfen. Neben dem Platzbedarf – auch für die Pferde, die die Postwagen zogen – spielten die günstige Lage und der gute Ruf des jeweiligen Bewerbers eine wichtige Rolle. Noch einmal zur Eisenbahnverbindung von Niederbrechen nach Kirberg: Diese war bereits 1892 genehmigt worden, es fand sich jedoch zunächst kein Investor. 1906 wurden die Planungen wieder aufgegriffen und neue Wirtschaftlichkeitsrechnungen erstellt – die damals selbständigen Gemeinden Dauborn und Kirberg waren sich einig und hätten beide einen nicht unerheblichen Anteil an der Finanzierung übernommen. Durch den Ersten Weltkrieg geriet das Vorhaben jedoch in Vergessenheit. Im Nachhinein war dies sicher auch gut so, denn vermutlich wäre heute nur noch eine stillgelegte Schienenstrecke oder ein Radweg übrig.
Archiv
zurück zurück Immer wieder interessant ist es, in alten Büchern zu blättern. Im „Fremdenbuch“ hatten sich schon vor über 150 Jahren Reisende eingetragen, die mit dem Postwagen unterwegs waren und in Kirberg übernachteten. Oldtimer wie ein Ford Taunus und ein Volkswagen aus den 70er Jahren und natürlich die Feuerwehrspritze von 1902 waren Hingucker vor dem Museum am Tag des offenen Denkmals.
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Postgeschichte und Eisenbahn –

Sonderausstellung im Historischen

Museum in Kirberg

Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010 Eine Eisenbahnverbindung von Niederbrechen nach Dauborn und Kirberg – fast wäre diese Vision vor hundert Jahren Wirklichkeit geworden. Die Einzelheiten zu den damaligen Planungen konnten Besucher bei der Sonderausstellung zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals 2010 im Historischen Museum Hünfeldens nachlesen. Einen Streifzug durch die Postgeschichte mit vielen Fotos und mit Ausstellungsstücken aus der Zeit, als die Post noch »Deutsche Bundespost« hieß, sowie Reiseerinnerungen aus den 1930er Jahren hatten die Mitglieder des Vereins EINST UND JETZT außerdem zusammengetragen. Vor allem die Post hat Spuren hinterlassen: Auf einer Nachbildung des Kirberger Ortsplans war gekennzeichnet, wo sich seit 1798 die jeweilige Poststelle befand. In den zweihundert Jahren bis heute gab es mindestens acht verschiedene Standorte; am längsten war die Post in dem heute noch »Alte Post« genannten Gebäude im Kaltenholzhäuser Weg untergebracht. In dem damals eigens für die Anforderungen der Brief- und Paketpost errichteten Gebäude hatte die Post von 1907 bis 1980 ihren Sitz. Nach der Umstellung von Pferdewagen- auf Kraftwagenverkehr wurde 1929 dort auch eine Kraftwagenhalle errichtet, in der die fünf Postbusse gewartet und repariert wurden. Doch auch in den anderen Orten des heutigen Hünfeldens gab es häufige Wechsel der Poststellen. Ein Grund dafür waren die Voraussetzungen, die der jeweilige Posthalter mitbringen musste, um in seinem Privathaus die Postdienste ausführen zu dürfen. Neben dem Platzbedarf – auch für die Pferde, die die Postwagen zogen – spielten die günstige Lage und der gute Ruf des jeweiligen Bewerbers eine wichtige Rolle. Noch einmal zur Eisenbahnverbindung von Niederbrechen nach Kirberg: Diese war bereits 1892 genehmigt worden, es fand sich jedoch zunächst kein Investor. 1906 wurden die Planungen wieder aufgegriffen und neue Wirtschaftlichkeitsrechnungen erstellt – die damals selbständigen Gemeinden Dauborn und Kirberg waren sich einig und hätten beide einen nicht unerheblichen Anteil an der Finanzierung übernommen. Durch den Ersten Weltkrieg geriet das Vorhaben jedoch in Vergessenheit. Im Nachhinein war dies sicher auch gut so, denn vermutlich wäre heute nur noch eine stillgelegte Schienenstrecke oder ein Radweg übrig.
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Immer wieder interessant ist es, in alten Büchern zu blättern. Im „Fremdenbuch“ hatten sich schon vor über 150 Jahren Reisende eingetragen, die mit dem Postwagen unterwegs waren und in Kirberg übernachteten. Oldtimer wie ein Ford Taunus und ein Volkswagen aus den 70er Jahren und natürlich die Feuerwehrspritze von 1902 waren Hingucker vor dem Museum am Tag des offenen Denkmals.
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