14 Kneipen gab es einst in Kirberg

Bei der nächtlichen Fleckenführung ging es um Bier und Dauborner „Zwei Brauereien mit jeweils eigenem Eiskeller gab es einst in Kirberg“, konnte Jonas Löber den Besuchern von „Kirberg bei Nacht und Nebel“ berichten. Nachdem sich die Gäste im „Wilden Eber“ im Alten Rathaus mit Frankfurter Würstchen, Eiern mit Grüner Soße und Quellkartoffeln oder Handkäs mit Musik gestärkt hatten, ging es in zwei Gruppen auf die Führung durch das nächtliche Kirberg. Jonas Löber konnte außer auf interessante Details zu den Burgmannen- und Adelshäusern dieses Mal vor allem auf die Standorte der im 18. Jahrhundert sehr zahlreichen Gasthäuser verweisen. Der zweite Vorsitzender von EINST UND JETZT e.V. führte die Teilnehmer zunächst an den ehemaligen Standort des Untertors, das einer von zwei Zugängen in das von der Fleckenmauer umgebene Kirberg war. Hier erläuterte er, dass das heutige „Gasthaus zur Burg“ einst außerhalb dieser Mauer gelegen war. Betrieben wurde es von einem Wirt namens Deußer; ein zweiter Gastwirt dieses Namens hatte eine Kneipe in dem Eckhaus von Wassergasse und Burgstraße. Letzterer hatte eine Brauerlehre bei der Henninger Brauerei in Frankfurt gemacht. Er brachte seine Kenntnisse mit zurück nach Kirberg und errichtete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein eigenes Brauhaus am Sintersbach. Gelagert wurden die vollen Bierfässer in einem Eiskeller, der sich in der heutigen Limburger Straße befindet. Noch älter war das „Bierhaus“ am heutigen Weiherweg gegenüber der Einmündung zum Weiherfloß. Dort, in der Nähe des Obertores, floss der Rahlbach nach Kirberg hinein und sorgte für das zum Brauen benötigte Frischwasser. Auch zu diesem Brauhaus gehörte ein Eiskeller, der sich in der heutigen Hainbuchenstraße befindet. Vor dem ehemaligen Obertor, also an der heutigen Kreuzung der Mainzer Landstraße und der Burgstraße, befanden sich gleich mehrere Gasthäuser. Jonas Löber erklärte den aufmerksam lauschenden Teilnehmern der Führung, dass aufgrund der beiden durch Kirberg führenden Handelsstraßen viel Verkehr durch den Flecken ging und nicht zuletzt durch die Poststation mit Pferdekutsche oft auch Gäste über Nacht in Kirberg verweilten. Einige Dauborner, die an der Führung teilnahmen, waren dann besonders überrascht, als sie erfuhren, dass in Kirberg einst Dauborner gebrannt wurde. Da die Bezeichnung „Dauborner“ nicht urheberrechtlich geschützt war, konnten eben auch Kirberger diesen herstellen und verkaufen. Und sogar die von weiter her angereisten Rundgangsteilnehmer hatten ein „Aha-Erlebnis“: So berichtete eine Besucherin aus Mainz, dass sie früher am Wochenende eigens von dort nach Kirberg gefahren war, um die „Ranch“ zu besuchen. Bis ca. 1980 war diese im großen Saal des ehemaligen Gasthauses „Zur Post“ in der Burgstraße angesiedelt und eine weithin bekannte „In-Kneipe“ - ein anderer Besucher konnte sich auch noch gut an den damaligen Besitzer mit seinem „weißen Nerzjäckchen“ erinnern.
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14 Kneipen gab es einst in Kirberg

Bei der nächtlichen Fleckenführung ging es um Bier und Dauborner „Zwei Brauereien mit jeweils eigenem Eiskeller gab es einst in Kirberg“, konnte Jonas Löber den Besuchern von „Kirberg bei Nacht und Nebel“ berichten. Nachdem sich die Gäste im „Wilden Eber“ im Alten Rathaus mit Frankfurter Würstchen, Eiern mit Grüner Soße und Quellkartoffeln oder Handkäs mit Musik gestärkt hatten, ging es in zwei Gruppen auf die Führung durch das nächtliche Kirberg. Jonas Löber konnte außer auf interessante Details zu den Burgmannen- und Adelshäusern dieses Mal vor allem auf die Standorte der im 18. Jahrhundert sehr zahlreichen Gasthäuser verweisen. Der zweite Vorsitzender von EINST UND JETZT e.V. führte die Teilnehmer zunächst an den ehemaligen Standort des Untertors, das einer von zwei Zugängen in das von der Fleckenmauer umgebene Kirberg war. Hier erläuterte er, dass das heutige „Gasthaus zur Burg“ einst außerhalb dieser Mauer gelegen war. Betrieben wurde es von einem Wirt namens Deußer; ein zweiter Gastwirt dieses Namens hatte eine Kneipe in dem Eckhaus von Wassergasse und Burgstraße. Letzterer hatte eine Brauerlehre bei der Henninger Brauerei in Frankfurt gemacht. Er brachte seine Kenntnisse mit zurück nach Kirberg und errichtete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein eigenes Brauhaus am Sintersbach. Gelagert wurden die vollen Bierfässer in einem Eiskeller, der sich in der heutigen Limburger Straße befindet. Noch älter war das „Bierhaus“ am heutigen Weiherweg gegenüber der Einmündung zum Weiherfloß. Dort, in der Nähe des Obertores, floss der Rahlbach nach Kirberg hinein und sorgte für das zum Brauen benötigte Frischwasser. Auch zu diesem Brauhaus gehörte ein Eiskeller, der sich in der heutigen Hainbuchenstraße befindet. Vor dem ehemaligen Obertor, also an der heutigen Kreuzung der Mainzer Landstraße und der Burgstraße, befanden sich gleich mehrere Gasthäuser. Jonas Löber erklärte den aufmerksam lauschenden Teilnehmern der Führung, dass aufgrund der beiden durch Kirberg führenden Handelsstraßen viel Verkehr durch den Flecken ging und nicht zuletzt durch die Poststation mit Pferdekutsche oft auch Gäste über Nacht in Kirberg verweilten. Einige Dauborner, die an der Führung teilnahmen, waren dann besonders überrascht, als sie erfuhren, dass in Kirberg einst Dauborner gebrannt wurde. Da die Bezeichnung „Dauborner“ nicht urheberrechtlich geschützt war, konnten eben auch Kirberger diesen herstellen und verkaufen. Und sogar die von weiter her angereisten Rundgangsteilnehmer hatten ein „Aha-Erlebnis“: So berichtete eine Besucherin aus Mainz, dass sie früher am Wochenende eigens von dort nach Kirberg gefahren war, um die „Ranch“ zu besuchen. Bis ca. 1980 war diese im großen Saal des ehemaligen Gasthauses „Zur Post“ in der Burgstraße angesiedelt und eine weithin bekannte „In-Kneipe“ - ein anderer Besucher konnte sich auch noch gut an den damaligen Besitzer mit seinem „weißen Nerzjäckchen“ erinnern.
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