Zum zweiten Mal veranstaltet das Historische Museum Kirberg die

Sonderausstellung »Revolution 1848 im Hünfeldener Raum«

Tag des offenen Denkmals am 11. September 2011 unter dem Motto »Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert« »Eine neue Zeit ist gekommen und damit neue Verhältnisse« – mit diesen Worten ermutigte die Witwe Flindt die Kirberger Bürgerwehr, sich für die revolutionären und demokratischen Ideen des Jahres 1848 einzusetzen. Was daraus geworden ist, können sich die Besucher der Sonderausstellung Die Revolution 1848 im Hünfeldener Raum im Historischen Museum im Alten Rathaus von Kirberg anschauen. Der Hünfeldener Verein EINST UND JETZT e.V. hatte das Thema zum Tag des offenen Denkmals aufgegriffen. Arndt Preußer, Kurator der Ausstellung, konnte zahlreiche Spuren in den Orten des heutigen Hünfeldens finden. Ein zeitlicher Abriss über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Verlauf der Revolution vermittelt zusätzlich Hintergrundwissen über die damaligen Geschehnisse. Wirklich Spektakuläres ist zwar nicht geschehen, doch gab es in allen Orten des heutigen Hünfeldens Demokratische Vereine, die sich mit dem neuen Gedankengut auseinandersetzten und für die politische Grundbildung der Bürger durch die Verbreitung von Zeitungen und Büchern sorgten. Aus Dauborn gibt es Berichte über die Dauborner Trommel, mit der Tambourmajor Philipp Wilhelm Knapp im März 1848 zu einer großen Kundgebung nach Wiesbaden gezogen war. Am Mensfeldener Kopf fand eine große Versammlung mit 3.000 Teilnehmern statt und Karl Philipp Hehner aus Mensfelden wurde Abgeordneter der Nationalversammlung. In Kirberg versammelten sich mehrmals führende Demokraten aus allen Landesteilen Nassaus. Im November 1848 wurde der Kirberger Demokratenbund gegründet, ein Zusammenschluss der wichtigsten Demokratenvereine in Nassau. Im August 1850 trafen sich noch einmal bedeutende Politiker im Hause Flindt in der Burgstraße. Im Gästebuch des Hauses hat sich unter anderem Dr. Karl Braun, der Führer der nassauischen Liberalen und späterer Präsident der Zweiten Nassauischen Kammer als Übernachtungsgast eingetragen – auch dieses Buch wird im Historischen Museum gezeigt. Als Höhepunkt zum Tag des offenen Denkmals zeigten die Mitglieder von EINST UND JETZT e.V. in einem Szenenspiel, wie ein Treffen der Bürgerwehr im November 1848 abgelaufen sein könnte: Die Männer treffen sich unter der Leitung von Hauptmann Neus und diskutieren politische Fragen. Neus (gespielt von Stefan Gauck), der kommissarische Bürgermeister Karl Bender (Andreas Walther), Lehrer Bautz (Arndt Preußer) und Uhrmacher Hesse (Axel Schäfer) sprechen über die politische Lage in Deutschland, Nassau und in der Gemeinde. In das Gespräch platzt die Nachricht von der Hinrichtung des deutschen Demokraten und Freiheitskämpfers Robert Blum. Zu seinen Ehren wird eine Totenfeier geplant – diese hat auch tatsächlich am 26. November 1848 stattgefunden, was historische Zeitungsberichte belegen. Die Bürgerwehr will den Trauermarsch mit einer Trommel, die man in Dauborn ausgeliehen hat, begleiten. Frau Flindt (Bärbel Leukel) stiftet dazu eine Fahne, die von den Kirberger Frauen in Handarbeit gefertigt wurde. Gesucht: Die »Dauborner Trommel« 1848 befand sich der Dauborner Branntweinbrenner Philipp Wilhelm Knapp unter den 30.000 Teilnehmern großen Volksversammlung in Wiesbaden. Zur 1200-Jahrfeier Dauborns im Jahr 1986 hatte Ernst Pfeiffer zusammen mit weiteren Helfern die Trommel vollständig restauriert und wieder spielbar gemacht, wie der Turnverein Dauborn von 1895 e.V. berichtet. Zwischenzeitlich hat sich die Spur der Trommel jedoch verloren, trotz verschiedener Hinweise konnte sie bisher nicht gefunden werden. Möglicherweise steht die Trommel unbemerkt auf einem Dachboden und wartet darauf, wieder als besonderes Erinnerungsstück der Dauborner Geschichte in der Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Einwohner Dauborns, die Hinweise zum Verbleib der Trommel geben können, werden daher gebeten, sich mit dem Hünfeldener Verein EINST UND JETZT e.V. in Verbindung zu setzen oder dies anderweitig an in Dauborn geschichtlich tätige Bürger oder Vereine weiterzugeben. Geplant: Herausgabe einer Schrift zur Revolution 1848 Die vielen Informationen, die für die Ausstellung zusammengetragen wurden, möchte der Verein EINST UND JETZT e.V. veröffentlichen. Um hier auch wirklich alle Ereignisse im Zusammenhang mit der Revolution 1848 in den Orten des heutigen Hünfeldens berücksichtigen zu können, bittet der Verein um Mithilfe. Geschichtsinteressierte und Bürger Hünfeldens, die Informationen haben, können sich mit dem Vorsitzenden Andreas Walther (Tel. 4677) oder Arndt Preußer (Tel. 72276) in Verbindung setzen. Verlängert: weitere Öffnungstermine zur Sonderausstellung Die Sonderausstellung »Revolution 1848 im Hünfeldener Raum« konnte am Sonntag, 9. Oktober sowie am Sonntag, 6. November 2011 jeweils von 10 bis 12 Uhr in den Räumen des Historischen Museums Kirberg im Alten Rathaus besichtigt werden.
Archiv
zurück zurück
Instagram

Zum zweiten Mal veranstaltet das

Historische Museum Kirberg die

Sonderausstellung »Revolution 1848 im

Hünfeldener Raum«

Tag des offenen Denkmals am 11. September 2011 unter dem Motto »Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert« »Eine neue Zeit ist gekommen und damit neue Verhältnisse« – mit diesen Worten ermutigte die Witwe Flindt die Kirberger Bürgerwehr, sich für die revolutionären und demokratischen Ideen des Jahres 1848 einzusetzen. Was daraus geworden ist, können sich die Besucher der Sonderausstellung Die Revolution 1848 im Hünfeldener Raum im Historischen Museum im Alten Rathaus von Kirberg anschauen. Der Hünfeldener Verein EINST UND JETZT e.V. hatte das Thema zum Tag des offenen Denkmals aufgegriffen. Arndt Preußer, Kurator der Ausstellung, konnte zahlreiche Spuren in den Orten des heutigen Hünfeldens finden. Ein zeitlicher Abriss über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Verlauf der Revolution vermittelt zusätzlich Hintergrundwissen über die damaligen Geschehnisse. Wirklich Spektakuläres ist zwar nicht geschehen, doch gab es in allen Orten des heutigen Hünfeldens Demokratische Vereine, die sich mit dem neuen Gedankengut auseinandersetzten und für die politische Grundbildung der Bürger durch die Verbreitung von Zeitungen und Büchern sorgten. Aus Dauborn gibt es Berichte über die Dauborner Trommel, mit der Tambourmajor Philipp Wilhelm Knapp im März 1848 zu einer großen Kundgebung nach Wiesbaden gezogen war. Am Mensfeldener Kopf fand eine große Versammlung mit 3.000 Teilnehmern statt und Karl Philipp Hehner aus Mensfelden wurde Abgeordneter der Nationalversammlung. In Kirberg versammelten sich mehrmals führende Demokraten aus allen Landesteilen Nassaus. Im November 1848 wurde der Kirberger Demokratenbund gegründet, ein Zusammenschluss der wichtigsten Demokratenvereine in Nassau. Im August 1850 trafen sich noch einmal bedeutende Politiker im Hause Flindt in der Burgstraße. Im Gästebuch des Hauses hat sich unter anderem Dr. Karl Braun, der Führer der nassauischen Liberalen und späterer Präsident der Zweiten Nassauischen Kammer als Übernachtungsgast eingetragen – auch dieses Buch wird im Historischen Museum gezeigt. Als Höhepunkt zum Tag des offenen Denkmals zeigten die Mitglieder von EINST UND JETZT e.V. in einem Szenenspiel, wie ein Treffen der Bürgerwehr im November 1848 abgelaufen sein könnte: Die Männer treffen sich unter der Leitung von Hauptmann Neus und diskutieren politische Fragen. Neus (gespielt von Stefan Gauck), der kommissarische Bürgermeister Karl Bender (Andreas Walther), Lehrer Bautz (Arndt Preußer) und Uhrmacher Hesse (Axel Schäfer) sprechen über die politische Lage in Deutschland, Nassau und in der Gemeinde. In das Gespräch platzt die Nachricht von der Hinrichtung des deutschen Demokraten und Freiheitskämpfers Robert Blum. Zu seinen Ehren wird eine Totenfeier geplant – diese hat auch tatsächlich am 26. November 1848 stattgefunden, was historische Zeitungsberichte belegen. Die Bürgerwehr will den Trauermarsch mit einer Trommel, die man in Dauborn ausgeliehen hat, begleiten. Frau Flindt (Bärbel Leukel) stiftet dazu eine Fahne, die von den Kirberger Frauen in Handarbeit gefertigt wurde. Gesucht: Die »Dauborner Trommel« 1848 befand sich der Dauborner Branntweinbrenner Philipp Wilhelm Knapp unter den 30.000 Teilnehmern großen Volksversammlung in Wiesbaden. Zur 1200-Jahrfeier Dauborns im Jahr 1986 hatte Ernst Pfeiffer zusammen mit weiteren Helfern die Trommel vollständig restauriert und wieder spielbar gemacht, wie der Turnverein Dauborn von 1895 e.V. berichtet. Zwischenzeitlich hat sich die Spur der Trommel jedoch verloren, trotz verschiedener Hinweise konnte sie bisher nicht gefunden werden. Möglicherweise steht die Trommel unbemerkt auf einem Dachboden und wartet darauf, wieder als besonderes Erinnerungsstück der Dauborner Geschichte in der Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Einwohner Dauborns, die Hinweise zum Verbleib der Trommel geben können, werden daher gebeten, sich mit dem Hünfeldener Verein EINST UND JETZT e.V. in Verbindung zu setzen oder dies anderweitig an in Dauborn geschichtlich tätige Bürger oder Vereine weiterzugeben. Geplant: Herausgabe einer Schrift zur Revolution 1848 Die vielen Informationen, die für die Ausstellung zusammengetragen wurden, möchte der Verein EINST UND JETZT e.V. veröffentlichen. Um hier auch wirklich alle Ereignisse im Zusammenhang mit der Revolution 1848 in den Orten des heutigen Hünfeldens berücksichtigen zu können, bittet der Verein um Mithilfe. Geschichtsinteressierte und Bürger Hünfeldens, die Informationen haben, können sich mit dem Vorsitzenden Andreas Walther (Tel. 4677) oder Arndt Preußer (Tel. 72276) in Verbindung setzen. Verlängert: weitere Öffnungstermine zur Sonderausstellung Die Sonderausstellung »Revolution 1848 im Hünfeldener Raum« konnte am Sonntag, 9. Oktober sowie am Sonntag, 6. November 2011 jeweils von 10 bis 12 Uhr in den Räumen des Historischen Museums Kirberg im Alten Rathaus besichtigt werden..
Archiv
Instagram